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Über die Tierbeobachtung mitten im Ozean

March 02 2020

#Cooperation #Experiences #Places #mywildlife

Über die Tierbeobachtung mitten im Ozean

Wieder sind wir unterwegs. Mit dem Wind im Gesicht durchpflügen wir auf unserer 15 Meter langen Segelyacht die Gewässer rund um die Hebriden. Dieser wilde, ursprüngliche Archipel bildet den nordwestlichen Vorposten Schottlands im rauen, kalten Nordatlantik. Die Inseln sind bekannt für ihre archaische Natur. Die See gilt hier als besonders herausfordernd für Segler aber auch als wunderschön und ökologisch extrem hochwertig. Immerhin durchqueren wir gerade einen der nordatlantischen Hotspots für Bird- aber auch Whalewatching.

 

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© MCO Sailling, Kegelrobbe

Unser Ziel ist es, der Natur an Land aber auch im Wasser ihre Geheimnisse zu entlocken. Den einsamen Vogelfelsen nahe genug zu kommen, um tolle Beobachtungen zu erleben, wäre unser Traum. Aber auch auf dem Weg dorthin gibt es viel zu entdecken. Wo schwimmen die Wale und Delfine des Nordmeers? Finden wir die großen Schwärme von Wasservögeln, die hier auf Nahrungssuche sind? Erlauben es Seegang und Wind zwischen den felsigen Inseln zu kreuzen? Können wir es wagen und wird es sich lohnen?

 

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© MCO Sailling, Austernfischer

Die Verhältnisse sind heute nahezu optimal. Der Wind ist mäßig. Wellen und Strömung sind gnädig. Sogar die Sonne blinzelt immer wieder zwischen den Wolken hervor. Die Spannung steigt: Ferngläser und Fotoapparate liegen bereit, Bestimmungsbücher und Literatur wurden schon in der Vorbereitung durchforstet. Ob es heute gelingt?

Meile um Meile ziehen wir dahin. Die Yacht schaukelt gutmütig in der leichten Brise. Wir genießen das Meer und das lautlose Segeln …

 

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© MCO Sailling

Fast schon werden wir unaufmerksam, als plötzlich – wie aus dem Nichts und vollkommen lautlos - ein Schatten unter dem Rumpf unserer Yacht auftaucht. Und noch einer, und noch einer. Unglaublich – mir läuft es kalt den Rücken herunter – das sind Schnabelwale. Drei Schnabelwale, die als besonders scheu gelten und selten ausgiebig beobachtet werden können, begleiten uns nahezu 20 Minuten. Ihre stoische Ruhe, ihre Gemütlichkeit, ihr gemächliches Atmen stecken an. Wir können es nicht fassen! Aber das war erst der Anfang: Im Lauf der nächsten paar Stunden öffnet sich das Buch der Natur vollkommen für uns.

 

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© MCO Sailling, Schnabelwal

Rundkopfdelfine, Gemeine Delfine, Pilotwale, Kegelrobben, aber auch Papageientaucher, Tordalke und viele weitere Vogelarten werden in die Beobachtungslisten eingetragen. Wir sind erfüllt und überglücklich als wir am Abend in einer Bucht vor Anker liegen. Deswegen haben wir den weiten Weg gemacht, deswegen wagen wir uns hierher – in die unberührte Natur, so wie sie schon seit Urzeiten besteht.

 

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© MCO Sailling

 

Über den Autor:

Clemens Stecher (51) ist Zoologe und Profisegler aus Tirol. Gemeinsam mit seiner Frau Barbara, ihres Zeichens auch Biologin, begleitet er OceanLife-Törns mit kleiner Crew in abgelegenen Revieren. Schottland, Norwegen oder beispielsweise auch die Kanaren werden per Segelschiff erkundet. Dabei stehen Naturbeobachtung unter fachlicher Anleitung und Segeln auf Topniveau im Mittelpunkt. Gerne geben die beiden ihre Faszination fürs Segeln einerseits und für die Natur andererseits an ihre Mitsegler/innen weiter.

www.mco-sailing.com

 

 

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